Wer mit dem Motorrad im öffentlichen Verkehrsdschungel     überleben möchte, ist gut beraten, sich an gewisse Gesetze   zu halten - auch wenn sie ungeschrieben sind. Der liebe Gott soll Moses einst zehn Gebote übermittelt haben. Dabei dachte er wahrscheinlich an alles Mögliche, wohl kaum aber  an Motorradfahrer. Denn die brauchen derer mindestens 20.

 

 

 

 

1. Biker-Gebot
Vertraue nie auf Deine Vorfahrt - gehe von einer herrschenden Anarchie aus. So lebst du länger

2. Biker-Gebot
Gehe davon aus, dass man dich übersieht - das erhöht deine Überlebenschancen um ein Vielfaches

3. Biker-Gebot
Fahre du mit deinem Motorrad. Fährt dein Motorrad mit dir, stimmt etwas nicht

4. Biker-Gebot
Sei stets bremsbereit - denn es sind deine Knochen die zuerst brechen

5. Biker-Gebot
Verstecke dich nicht, sondern zeige dich und fahre nicht zu weit rechts. Außerdem wird hierzulande links überholt

6. Biker-Gebot
Durchquere den toten Winkel im Rückspiegel eines Autos möglichst zügig. Nur Schwachköpfe nennen das Rasen

7. Biker-Gebot
Suche den Augenkontakt - dazu muss man kein Psychologe sein. Reicht deine Menschenkenntnis nicht, greifen automatisch das 1. und 2. Biker-Gebot

8. Biker-Gebot
Lass' dich nicht vom Kurveneingang verleiten und fahre nur so schnell wie du gucken kannst. Wer zu schnell innen ist, ist auch schneller draußen. Davon hast selbst du nichts

9. Biker-Gebot
Fahre nicht irgendwie, sondern überlege vorher, was zu tun ist. Nachher ist man schließlich immer schlauer

10. Biker-Gebot
Sei auf der Hut und halte dir nach Möglichkeit stets einen Fluchtweg frei. Tiere, die überleben wollen, machen das nicht anders

11. Biker-Gebot
Wenn sich ein Crash nicht vermeiden lässt, lass' den Lenker rechtzeitig los. Ein guter Flug ist immer noch besser als abgerissene Extremitäten

12. Biker-Gebot
Alkohol erlaubt der gesunde Biker-Verstand erst nach dem Fahren. Darum kein Pardon für Sprit-Sünder. Sie sind selbst schuld

13. Biker-Gebot
Laub, Bitumen, Fahrbahnmarkierungen, Kanaldeckel oder anderen Fiesigkeiten nach Möglichkeit rund umfahren. Nur Autofahrer fahren eckig

14. Biker-Gebot
Immer locker bleiben - auch wenn's brenzlig wird. Gezittert wird später. Siehe ggf. 11. Biker-Gebot

15. Biker-Gebot
Ein sauberes, unverkratztes Visier sorgt auch im Dunklen für bessere Sichtverhältnisse - woher soll man sonst wissen, wo's lang geht?

16. Biker-Gebot
Lass' dich nicht von anderen verleiten und fahre höchstens so schnell, wie du vertreten kannst. Nur Greenhorns überholen in Kurven mit Gegenverkehr. Sie wollen einfach nicht glauben, dass auch sie nur ein Leben haben

17. Biker-Gebot
Eine Stau ist kein Grund zum Jammern - entwickle Instinkt und Weitwinkelblick. Schaue nach vorn, in die Autos, achte auf die Stellung feindlicher Pkw-Räder. Behalte gleichzeitig den Rückspiegel im Auge, um dich zu vergewissern, dass keine Polizei folgt ... Ist das zu viel für dich, bleib in der Schlange und warte, bis sich der Stau aufgelöst hat

18. Biker-Gebot
Herbstzeit ist Wildwechsel-Zeit. Selbst eine Gold Wing hätte bei einem Zweikampf kaum eine Chance. Darum: Noch mehr aufpassen und nebenbei noch Förster spielen. Denn gute Biker sind wahre Multitalente

19. Biker-Gebot
Bei niedrigen Außentemperaturen erleichtern warme Klamotten und ein leicht erhöhter Reifendruck um 0,1 bis 0,2 Bar das Leben. Gefrorene Pfützen nennt man übrigens Eisflächen. Sie zeichnen sich durch einen extrem niedrigen Reibwert aus. Eingefrorene Körperteile können durchaus zu Eiszapfen mutieren. Abhilfe schaffen Heizgriffe (vorher) und eine warme Dusche.

20. Biker-Gebot
Nicht jeder Sozius wird für das Motorrad fahren geboren: Vor der Fahrt den Beifahrer auf die Verhältnisse hinweisen, während der Fahrt checken und ggf. an der nächsten Eisdiele an einen guten Freund weiter vermitteln. So haben alle was davon.

 

Motorradfahrer lieben Kurven. Ohne Grip geht jedoch nichts. Wie er entsteht, lässt sich anhand einfacher Beispiele veranschaulichen

 

 

 

 

 

Warum können die Reifen mehr Kräfte übertragen als ihr Eigengewicht aufweist ? Kurzum: Warum kleben Reifen?

Zunächst einmal ist die Gummimischung verantwortlich dafür, dass die Haftreibung größer als 1 sein kann. Dies geht jedoch nur, wenn auch die Fahrbahnoberfläche eine ideale Mischung aus Fein- und Grobrauheit aufweist.

Warum ist das so? Oft hört man von Verzahnungs-Effekt, was ja irgendwie bei dem weichen Material unlogisch klingt.

Nehmen wir mal ein Stück Tafelkreide und behaupten dieses Stück Kreide ohne Hilfs-mittel an die senkrecht stehende Tafel anbringen zu können. Klar unmöglich, aber... wird nun die Kreide über die Tafel gemalt, bleibt sie dennoch haften. Ebenso "klebt" ein Radiergummi auf einer Glas-platte, auch wenn diese mehr als 45 Grad Neigung aufweist.

Die Theorien beim Reifen-Gummi belaufen sich auf die Adhäsion  (Bewegung der Gummi-Moleküle am Reifen), die Hysterese (Bewegung der Gummimoleküle durch die Fahrbahn) und die Kohäsion (Abrieb von Gummi). Wichtig für die Haftung beim Reifen-Gummi ist jedoch nur die Adhäsion und die Hysterese, die beide von der Gummimischung abhängen. Beide haben unterschiedliche Maxima. Während die Adhäsion bei niedriger Geschwindigkeit Bedeutung erlangt, gilt das Maximum der Hysterese bei höherer Geschwindigkeit. Also, auf die richtige Mischung kommt es an.